Behandlungsmethoden


Humoralpathologie/Vier-Säfte-Lehre

Die Humoralpathologie oder Vier-Säfte-Lehre ist ein medizinisches System, dass von Medizinern wie Hippokrates (460 bis 377 v. Chr. ) und weiteren Ärzten der berühmten Medizinschule von Kos und Galenos von Pergamon ( 129 bis 199 n. Chr. ) entwickelt wurde und bis weit ins 19. Jh. praktiziert wurde. Demnach besitzt der Mensch vier verschiedene Säfte ( Humores ) im Körper ( Schleim, Blut, gelbe Galle und schwarze Galle ), die in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen und die Konstitution des Menschen beeinflussen. Stehen die Säfte in einem ausgewogenen Verhältnis, spricht man von Eukrasie. Sind die Verhältnisse durcheinandergeraten, spricht man von Dyskrasie. Dadurch entstehen jeweils charakteristische Krankheitsbilder, die vom vorherrschenden Saft geprägt sind. Die Säfte werden mit bestimmten Qualitäten assoziiert, die den Grad der Feuchtigkeit und der Temperatur im Körper beschreiben und so die Ursache für bestimmte körperliche Zustände oder Krankheiten erklären sollen. Unter diesen Gesichtspunkten werden auch die Behandlungsmethoden, z.B. mit Hilfe von pflanzlichen Arzneimitteln und der passenden Ernährung, ausgewählt. Ähnliche Grundlagen liegen auch der TCM und dem Ayurveda zugrunde, jeweils geprägt von den Einflüssen und Entwicklungen der Länder, in denen diese alten und doch so aktuellen Medizinsysteme Grundlage von Diagnosen und Therapien sind. In Europa wurde das System der Humoralpathologie abgelöst durch die Vorstellung, dass Krankheiten von Organen ausgehen ( Solidar- oder Zellularmedizin nach Rudolf Virchow, 1821-1902 ) bzw. durch äußere Einflüsse wie Mikroben ausgelöst werden. Viele naturheilkundliche Methoden basieren auf diesem System, das sich als Erklärungs-modell für das Auftreten bestimmter Erkrankungen und deren Behandlung versteht. Die Hintergründe und Behandlungsmethoden werden von der Schulmedizin nicht anerkannt.

 


Phytotherapie/Pflanzenheilkunde

Die Pflanzenheilkunde ist eine der ursprünglichsten Formen der Behandlung von Krankheiten. Das Sammeln und Verwenden von Kräutern war schon immer Teil der Nahrungsbeschaffung und diente somit quasi „nebenbei“ auch der Gesunderhaltung. Auch die Beobachtung von kranken Tieren bei der Futtersuche half den Menschen, die richtigen Kräuter für ihre Beschwerden zu finden. In Europa wurde das Wissen über die Heilpflanzen im Mittelalter von zahlreichen Vertretern der Klostermedizin, wie z.B. Hildegard von Bingen, von den Ärzten der Antike, wie z.B. Hippokrates, wieder aufgegeriffen und systematisiert. Historische Kräuterbücher fassen das Wissen der damaligen Zeit, dass sich auf den Grundsätzen der Humoralpathologie und der Signaturenlehre aufbaut, zusammen. Zahlreiche naturwissenschaftliche Untersuchungen belegen heute viele Erkenntnisse der traditionellen Pflanzenheilkunde. Aber noch sind nicht alle Wirkungen wissenschaftlich nachgewiesen, und somit gehört die Phytotherapie immer noch zu großen Teilen zur so gennannten "Erfahrungsmedizin".


Homöopathie

Der Begründer der Homöopathie war der Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann ( 1755-1843), der durch Selbstversuche das Prinzip "Similia similibus curentur" - "Gleiches wird mit Gleichem"- geheilt entdeckte. Seiner Erfahrung nach kann nur ein Medikament, das am gesunden Menschen die gleichen Symptome hervorruft wie eine bestimmte Krankheit, diese Krankheit auch heilen. Mithilfe der Arzneimittelprüfung werden entsprechende Arzneimittel entdeckt. Um Verschlimmerungen und Vergiftungen durch das Arzneimittel zu verhindern, werden die Wirkstoffe potenziert. Gleichzeitig verstärkt sich ihre Wirkung. Die Ursubstanzen können pflanzlichen, mineralischen, metallischen oder tierischen Ursprungs sein. Auch Krankheitserreger oder Körpersekrete können eingesetzt werden als so genannte Nosoden. In der klassischen Homöopathie werden nur Einzelmittel verschrieben. Als Komplexmittel bezeichnet man solche Mittel, in denen mehrere Substanzen mit der gleichen Indikation kombiniert werden, um so ein möglichst breites Wirkungsspektrum zu erzielen. Auch hier gilt, dass es sich bei der Homöopathie größtenteils um Erfahrungsmedizin handelt.


Biochemie nach Dr. Heinrich Schüßler

 

Dr. Heinrich Schüßler (1821-1898) eröffnet nach Studien in Berlin, Paris und Gießen, u.a. bei Samuel Hahnemann, zunächst eine Praxis als Arzt für Homöopathie. Er befasst sich intensiv mit dem Mineralhaushalt der Tiere, mit den Erkenntnissen des Zellularforschers Rudolf Virchow und Arbeiten des Niederländers Jakob Moleschott zur Physiologie der Nahrungsmittel und des Stoffwechsels bei Menschen und Tieren. Er sucht nach einer "abgekürzten Therapie", die im Gegensatz zur Homöopathie mit wenigen Mitteln zum Erfolg führt und entdeckt 12 Mineralsalze im menschlichen Körper. Nach seiner Erfahrung kommt es durch ein Manko an diesen Mineralsalzen zu Funktionsstörungen im menschlichen Körper, die zu Krankheiten führen. Führt man diese Mineralsalze in Form von potenzierten Arzneimitteln dem Körper zu, sollen sie als Funktionsmittel in der Zelle, an der Zell-membran und in der Zwischenzellflüssigkeit wirken. Die Wirkung erklärt man sich in der Förderung der Aufnahme der Mineralstoffe aus den Lebensmitteln und der Verwertung in den Zellen. Bis zum gewissen Grad ( in D3 ) sollen sie auch Speicher auffüllen. Die Auswahl der Mittel erfolgt auf Basis der jeweiligen Mittelcharakteristik. Weitere Hinweise liefern die Antlitz- und Zungendiagnose und die Modalitäten, d.h. die Umstände, die zur Verschlimmerung oder Verbesserung eines Zustandes führen.

 


Spagyrik

Spagyrik im engeren Sinne ist der Teil der Alchemie, der der Heilkunst gewidmet ist, also der praktischen Anwendung der Alchemie zur Arzneimittelherstellung. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Worten für „trennen, lösen“ und für „binden, vereinigen“ zusammen. Teilweise werden beide Begriffe synonym eingesetzt. Der bekannteste Vertreter ist

Theophrastus Bombastus von Hohenheim gen. Paracelsus ( 1493-1541 ).

Paracelsus war ein schweizerisch-österreichischer Arzt, der lange als Wanderarzt und Militärarzt tätig war. Er war zugleich Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph. Bekannt wurde er durch seine sensationellen Heilerfolge und seine Lehren zur arzneilichen Behandlungen der Krankheiten. Von ihm stammt der berühmte SatzDie Dosis macht das Gift“: er wendete normalerweise giftige Stoffe, z.B. Quecksilber, als Arzneimittel an, die durch die Umwandlung ihre Schädlichkeit verloren.

Die Pflanzen und anderen Wirkstoffe werden in der Spagyrik mit Hilfe der Signaturenlehre bestimmt. Dabei werden Pflanzen nach ihren äußeren Merkmalen ( Aussehen, Geruch, Geschmack, Standort, Zeit der Blüte usw. ) ausgewählt. Außerdem betrachtet man sie unter dem Gesichtspunkt der drei Prinzipien Sal-Sulfur-Merkur. Sal steht dabei für den Wurzelanteil ( Mineralien), Sulfur für den Blütenstand (ätherische Öle) und Merkur für Stängel und Blätter (verbindender Anteil).

Spagyrische Medikamente sollen die Regeneration von körpereigenen physiologischen Prozessen und Geweben unterstützen, indem sie regulierend, nicht manipulierend agieren. Auf diese Weise soll der Körper dabei unterstützt werden, seine Aufgaben wieder vollständig zu erfüllen und dadurch sich selbst zu heilen.

Heute existieren verschiedene pharmazeutische Firmen, die jede eine spezielle Form der spagyrischen Herstellung entwickelt hat bzw. die herkömmlichen Methoden nach Paracelsus weiter fortführt.


Hildegard-von-Bingen-Medizin

Hildegard von Bingen (1098-1179), Äbtissin der Benediktinerinnen, ist eine der faszinierendsten Persönlichkeiten des Mittelalters. In einer Zeit, in der Frauen keine Stimme in der Öffentlichkeit hatten, schaffte sie es, als Theologin, Dichterin, Mystikerin, Medizinerin und Naturforscherin in ganz Deutschland bekannt zu werden. Sie hinterließ ein umfangreiches Werk theologischer und medizinischer Schriften. Ihre Heilanwendungen, die auf den Grundlagen des damaligen medizinischen Wissens basieren, sind heute aktueller denn je, obwohl sie von der Schulmedizin nicht anerkannt sind. Zu ihren Verfahren gehören u.a. eine ausgewogene Ernährung, die Anwendung von Heilpflanzen, Heilsteinen und verschiedene Ausleitungsverfahren wie der Aderlass. Auch physikalische und psychotherapeutische Methoden zur Therapie seelischer Erkrankungen sind Teil ihrer Behandlungsmöglichkeiten. Ihr großer Wissensschatz bietet für den "modernen" Therapeuten ein großes Repertoire an Naturheilmethoden.


Ernährungsberatung und Gewichtsreduktion

Fehlernährung und Bewegungsmangel zählen zu den Ursachen der am  häufigsten auftretenden sogenannten Zivilisationskrankheiten in Deutschland. Am Beginn steht häufig Übergewicht, welches weitere Erkrankungen zur Folge haben kann. In Deutschland ist Übergwicht bis hin zu krankhafter Fettsucht (Adipositas) mittlerweile ein weitverbreitetes Problem geworden. Nicht nur Erwachsene, auch viele Kinder leiden unter den Auswirkungen eines erhöhten Körpergewichts. In der Werbung und den Medien werden oft schnelle Erfolgsrezepte angepriesen. Nach anfänglichen Erfolgen brechen viele Menschen die "Diäten" wieder ab, da sie nicht in ihren Alltag passen. Oder es stellt sich der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ein, sobald man sich wieder "normal" ernährt. Langfristig helfen nur eine Ernährungsumstellung und Änderungen im Verhalten. Da auch Erkrankungen, wie z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion, für die Gewichtszunahme verantwortlich sein können, sollten mithilfe schulmedizinischer und naturheilkundlicher Diagnosemethoden diese zunächst ausgeschlossen bzw. erkannt und behandelt werden. Nach einer ausführlichen Anamnese, die auch Ihre Ernährungsweise und Ihr bisheriges Bewegunsprofil umfasst, erstelle ich ein für Sie passendes Konzepts, das Ihre eigenen Bedürfnisse und Lebensumstände mit einbezieht. Die Grundlage meiner Ernährungstherapie bildet eine auf pflanzlichen Nahrungsmitteln basierende Vollwerternährung nach Hildegard von Bingen unter modernen Gesichtspunkten. Außerdem wende ich die Methode des Intervallfastens, des Basen-Fastens und die verschiedenen Varianten des Hildegard-Fasten an.  Je nach Beschwerdebild und Grunderkrankungen können weitere naturheilkundlichen Mittel und Behandlungsmethoden eingesetzt werden, die Sie auf Ihrem Weg zur Gewichtsreduktion unterstützen können.

Ich unterstütze Sie natürlich auch gerne bei anderen Ernährungsproblemen wie Untergewicht, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Magen-Darm-Problemen usw.


Schröpfen

Das Schröpfen gehört zu den als "Aschner-Verfahren" bekannten Ausleitungsmethoden. Zunächst einmal unterscheidet man das trockene und das blutige Schröpfen. Auch die Schröpfkopfmassage kann therapeutisch eingesetzt werden. Sie kann zusätzlich zur Diagnosefindung beitragen. Beim Schröpfen werden in heutiger Zeit Schröpfglocken oder -gläser aus Glas oder Kunststoff auf die entsprechenden Areale gesetzt. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut vorher z.B. mit einem Skalpell oder dem Schröpfschnepper eingeritzt. Klassischer Weise wird mithilfe von Feuer ein Unterdruck im Glas erzeugt, sodass das Gewebe ins Glas eingezogen wird. Daraufhin tritt Blut aus den Unterhautgefäßen aus. Diese Methode wird angewendet, wenn eine so genannte "heiße Gelose" festgestellt wird. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Blut im Bindegewebe oder in Muskelbäuchen, um die sich meist auch ein Ödem gebildet hat. Steigt die Viskosität ( Dicke ) des Blutes in dem Bereich an, kommt der Nachschub von Sauerstoff reichem Blut zum Erliegen und es entstehen saure Stoffwechselprodukte wie Milchsäure. Es kommt zu Schmerzen. Immer mehr Organzellen können durch fehlenden Abfluss ihre Stoffwechselendprodukte nicht mehr loswerden und bekommen keinen Nachschub an Sauerstoff und Nährstoffen. Sie sterben ab. Mit Hilfe des blutigen Schröpfens soll der Fluss wieder in Gang gesetzt werden, die Überfülle an Blut kann lokal abfließen.

 

Ist schon ein Stillstand des Fließens eingetreten, bilden sich kalte Gelosen. Diese werden mit trockenem Schröpfen oder auch mit Schröpfmassagen behandelt. Dabei sollen ebenfalls mit Hilfe des Unterdrucks Körpersäfte umgeleitet und damit der Fluss in diesem Gebiet wieder hergestellt werden.

 

Die Schröpfkopfmassage kann am Rücken zu einer allgemeinen Anregung der Durchblutung, z.B. zur Vorbereitung auf andere manuelle Verfahren, angewendet werden (z.B. Nackenzone). Sie dient aber auch zur naturheilkundlichen Diagnose. Gebiete, in denen das Gewebe mit einer starken Rötung reagieren, sollten evtl. blutig geschröpft werden. Blasse Gewebebezirke bieten eher eine Indikation für trockenes Schröpfen. Außerdem lassen sich Rückschlüsse auf den jeweiligen Zustand der Reflexzonen und den dazugehörigen Organen ziehen.

Die Wirsamkeit des Schröpfens wurde in Teilgebieten in Studien unter schulmedizinischen Bedingungen nachgewiesen. In anderen Gebieten ist sie Bestandteil der Erfahrungs- medizin. In meiner Praxis in Ebersbach an der Fils kommen nur die unblutigen Methoden zur Anwendung.


Weitere Behandlungsmethoden:

Darmsanierung

Dorn-Breuss-Behandlungen