Der Aderlass ist eines der  ältesten medizinischen Verfahren, dass in vielen Kulturen angewendet wurde. In der modernen Schulmedizin spielt er nur eine Rolle bei Krankheiten wie Hämochromatose, einer Eisenspeicherkrankheit, oder Polycythämia vera, einer Erkrankung, bei der es zu einer verstärkten Bildung der festen Blutbestandteile (z.B. der roten Blutkörperchen) kommt. In der Naturheilkunde wird er bei vielen verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt.       In Studien an der Charité Berlin aus dem Jahr 2016 konnte nachgewiesen werden, dass bei Bluthochdruck durch regelmäßige Aderlässe eine signifikante Senkung desselben stattfindet.

 

Beim Aderlass nach Hildegard von Bingen werden nur verhältnismäßig kleine Mengen Blut entnommen, je nach Befund zwischen 20 und 150ml. Bei Männern kann der Aderlass bei Bedarf schon im frühen Erwachsenenalter durchgeführt werden. Frauen im gebährfähigen Alter benötigen i.d.R. keinen Aderlass, da durch die regelmäßige Monatsblutung bereits ein Blutverlust natürlichen Ursprungs vorliegt. Aderlässe bei Frauen werden daher normalerweise erst ab den Wechseljahren eingesetzt. Bei Kindern, Schwangeren, akut Kranken und geschwächten Menschen wird kein Aderlass angewendet.

 

Vor dem Aderlass sollte 2-3 Tage eine leichte, vegetarische Kost, im Idealfall nach Hildegard von Bingen, zu sich genommen werden. Am Aderlasstag kommt man nüchtern in die Praxis und nimmt anschließend ein leichtes Frühstück zu sich. Auch einige Tage nach dem Aderlass sollte die Nahrungsmittelauswahl begrenzt sein, um den Organismus nicht zu belasten. Am selben Tag sollte man sich unbedingt Ruhe gönnen. Auch 2-3 Tage nach dem Aderlass kann noch verstärkt Müdigkeit und Schwäche vorliegen, weshalb man nich sofort zu seinem vollen Leistungsspektrum zurückkehren sollte.

 

Traditionell wird das Blut nach einigen Stunden, wenn es geronnen ist, einer Analyse unterzogen. Da es sich um ein Verfahren der Vier-Säfte-Lehre handelt, untersucht man das Blut auf seine verschiedenen Bestandteile, um daraus mögliche Hinweise für die entsprechende Therapie zu erlangen. Diese Untersuchung ist der Erfahrungsheilkunde zuzuordnen, die Ergebnisse deshalb unter schulmedizinischen Gesichtspunkten nur teilweise zu erklären.

 

Möchten Sie sich darüber informieren, ob sich der Aderlass auch bei Ihren Beschwerden einsetzen lässt? Vereinbaren Sie gerne einen Termin für ein Vorgespräch. Die nächsten Aderlasstermine finden Sie hier.